Für immer....

Für immer....
Cora

Donnerstag, 26. April 2012

WAS IST DAS?

Tierischer Abfall birgt zarte Seelen, schrieb ich schon einmal in diesem Blog. 
Tierischer Abfall wird in Lüftungsschächten entsorgt.
Tierischer Abfall birgt Glück, schrieb ich unlängst.

Und darum: auf dem Weg zu uns: Draculinchen!



Gute Reise, Mäuseken. Menschen haben entschieden, dass Du das Adoptivkind unser Nanny sein sollst, damit Nannen einmal ein Baby behalten darf. Nein, natürlich, Du bist kein Baby. Du bist ein 3 Kilo Winzling. Irgendwas zwischen Mops und Pekinese. Hat man Dich schon mal lieb gehabt? Wahrscheinlich nicht, sonst wärest Du nicht in einem Lüftungsschacht geendet. Weggeworfen, unverstanden, ungeliebt.

Wir kennen uns noch nicht. 
Nanny kannten wir auch nicht. 
Aber sei versichert, Deine Reise ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. 
Mach ganz schnell. 
Wir können es kaum erwarten. 
Hab keine Angst. 
Es warten frisch gewaschene Kissen in Deinem Körbchen, dass Dir Checky hinterlassen hat und frisch gekochte Hühnerherzen. 
Und wir wissen schon jetzt. 
Du wirst unser aller Herzen brechen.

Sei schon jetzt umarmt, Kleines.

Scheiße, sagt Nanny. Frauchen heult.




Glück!

Das ist das, was unserer Nanny in diesen Tagen aus allen Knopflöchern strahlt in ihrem neuen Zuhause, einem großen Hof in den Niederlanden, den sie sich nunmehr teilt mit 3 weiteren Hunden (über Nr. 4 namens Draculinchen wird später zu berichten sein), einem Kater, 2 Pferden, 2 Wildschweinen, mehreren Hühnern und einem ganzem Rudel Rehe.



Alleine diese Aufzählung müsste eigentlich reichen, um einem Dobermannfürchter den gesammelten Angstschweiss einer Fussball-mannschaft vor dem Elfmeter auf die Stirn zu treiben. Ähnlich freundlich waren einige Kommentare, die wir zu hören bekamen. 
Geht´s noch - einen alten Dobermann mit unbekannter Herkunft und ohne Sozialisierung wollt ihr da frei laufen lassen? Wie jetzt - auch noch ohne Maulkorb? Die beisst Euch doch alles kaputt. NEIN, meine Lieben, das tut sie nicht. Nicht unsere Nanny, Herr Gott nochmal, die hat nämlich mehr Herz und Hirn als Ihr alle zusammen. Sie sehen schon, das Frauchen hat sich mächtig aufgeregt.

Nach 600 km Fahrt - die Nanny ganz gegen ihre Gewohnheiten fast vollständig Pieps- bzw Twitterfrei auf dem Beifahrersitz des LKW´s, der uns und unser Mobilar wieder (endlich) in unsere vertraute Heimat beförderte, verbrachte und das, nachdem Möbelpacker ihr die ganze vertraute Umgebung inklusive des geliebten Sofas buchstäblich unter dem Hintern weggezogen hatten, und Nanny am Ende mitten im Wohnzimmer auf ihren Decken friedlich schlafend fast den Aufbruch verpasst hätte - reckte sich Madame gänzlich unaufgeregt, um als dann auf dem großen Parkplatz vor dem Gelände Hof zu halten und ihre neuen Freunde einzeln kennen zu lernen als da wären: Paddy, Rex und Biggi Lotta. 

Nen Schäferhund, nen Shepard und ne vorlaute spanische Promenadenmischung, ne is klar wie Klossbrühe, die vertragen sich mit nem Dobi. 



Jep, tun sie, die haben nämlich nen tolles Frauchen und nen tolles Herrchen und wenn andere Menschen mal ähnlich viel Vertrauen in ihre Hunde hätten, hätten Hundetrainer deutlich weniger zu tun. Silvia, John. Danke! Will sagen - allen Unkenrufen zum Trotz, gab es noch nicht einmal den Ansatz einer Irritation und daher - tata- hereinspaziert ins Hundeglück.



Mit einem ersten Spaziergang - ohne Leine und ohne Maulkorb - über den Hof (einzig der Hauskater hatte sich verzogen) stellten wir Nanny die neuen Mitbewohner vor. Höflich senkte Bambi (ICH HAB DEN NICHT GETAUFT), seines Zeichens Rudelvorsteher seinen Kopf und begrüße Nanny artig. Ebenso artig reagierte Nanny, zählte im Geiste kurz die gesamte Belegschaft durch und dachte sich wahrscheinlich insgeheim, ok sehen nicht ganz aus wie Dobermänner, aber passt schon.
 


Am Ende eines langen Tages standen die Sofas wieder da, wo sie hingehörten und Nannenhannen, bester Dober aller Zeiten - mit Ausnahme von Cora, die für immer auf Platz 1 der Tabelle der Gruppensieger bleibt -  fand sich nebst ihren Kuscheltieren zum ersten Gruppenkuscheln ein, während Frauchen wohlig an einem Glas Rotwein nippte und ihrerseits dem Glück dankte, einen solchen so wundervollen Hund an ihrer Seite zu wissen.


Tja, Glück. 
Glück lautet die Überschrift über diesen Post. 
Glück, neues Glück habe ich gefunden dank Dobermann rescue und Frau Winklmann. Weil Sie mir Nanny anvertraut hat trotz meiner damaligen Wohnsituation. Ich hatte nichts zu bieten außer einer kleinen Einzimmerwohnung mit Minigarten und einem gebrochenem Herzen, weil ich gerade meine Cora verloren hatte und einem verwaisten Körbchen. Und ich bin auch noch berufstätig und oh Graus, ich nehme meinen Hund manchmal mit auf Geschäfsreisen. Ich bin sozusagen das K.O.- Kriterium des Tierschutzes schlechthin. Und falls ich es noch nicht erwähnte. Danke, Frau Winklmann ! für Ihre Entscheidung und ich freue mich, wenn Sie demnächst unser Gast sein werden. Mögen die Augen meines Hundes Ihnen die Arbeit erleichtern, in der sie tagtäglich in den Abgrund der Hölle schauen müssen.

PS: einen Tag später machten Balou, der Hauskater und Nanny Bekannschaft. Es kam zu einer kurzen Auseinandersetzung, die Balou durch Flucht regelte und ich mit einer Nannen-Hannen-so was tut man nicht- Ansprache beendete. Drei Tage später fand ich die beiden Körbchen an Körbchen friedlich schlummernd. Erwähnte ich schon, dass Dobermänner die klügsten Hunde der Welt sind?

Checky....

... am 03.01.2012 ist unser kleines Flüsschen in unserem Armen im Alter von 19 Jahren friedlich eingeschlafen. Wir werden sie so schrecklich vermissen, aber gleichzeitig sind wir so dankbar, dass sie über 18 Jahre unser Leben bereichert hat.Sie war eine kleine ganz große Dame. Ihr Tod traf uns nicht so unvorbereitet wie der von Cora, dennoch hat er ein riesiges Loch in unsere Herzen gerissen. 
In ihren letzten Jahren war sie fast blind und taub, liebevoll adoptiert von unserer Nanny, die sie ohne jede Ausbildung oder Kommando sicher von unseren Spaziergängen nach Hause pilotierte. Ach Mäuschen..... DU FEHLST.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

1. Geburtstagsparty

Hiermit laden wir herzlich ein zu Nannerls  8 + 1 Geburtstagsparty.


Eingeladen sind Herrchen und Frauchen, die beste Freundin namens Checky und selbstverständlich das Geburtstagskind herself :-)

Speisefolge:

Riesengambas natur
gekochte Leber mit Kartoffelpü
Schokoküsse

dazu allerlei Knabberkram



Geschenke gibt es auch, 
aber das kann ich hier natürlich noch nicht verraten :-)

Ort der Veranstaltung: irgendwo in Düsseldorf im Dachgeschoss.

Wissen Sie es noch? Vor einem Jahr waren 3 Stufen ein unüberwindliches Hinderniss. Heuer flitzen wir Treppen und 
können so unglaublich viele andere Sachen.

Wer hätte je gedacht, dass unser Mädchen so lange bei uns bleibt.

Und wissen Sie, worüber wir uns am meisten freuen? Manchmal, wenn ein Dobi auf der "Kippe" steht, dann sagt man in Ungarn: "Denkt an Nanny, die hat es auch geschafft."

Hat sie und wie!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Danke Euch allen von Dobermann Rescue, dass wir heute Geburtstag feiern dürfen!!!!

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Ein Tag am Meer - oder aus dem Leben einer Luxushupe

Einen schönen und guten Tag zusammen,

denn sie sind gut, diese Tage, an denen wir das erste Mal den Breitmaulfrosch alias Nanny zu Wasser lassen. 
Um aber sogleich zur Überschrift zu leiten: 

Kommt Ihnen das untere Bild irgendwie bekannt vor?
Ja?

Uns auch :- )




Wir können das allerdings noch toppen,denn bekannter Weise sind die Nächte am Meer frisch und da unsere Nannenhannen gerne schnell friert, oder anders formuliert: nach der ungarischen Kälte Heizungen und wohliger Wärme sehr zugetan ist,lagert sie wie rechts im Bilde zu sehen.


 Nach einer entspannten Nacht, in der wie die Ehre hatten neben Madame Platz zu finden (der Köter hat den Arsch wie nen Brauereigaul und "doggt" wie nen Elefantenbaby), ging es, natürlich nicht ohne "Nannen-Spezial- es- wird- bestimmt- ein- langer- Tag- Frühstück", zum Meer.

 Cora hatten wir über lange Jahre sehr mühevoll davon überzeugen müssen, dass Wasser zwar nass ist, aber sonst doch ganz ok, nicht aber unsere Hannelore. 
Die Ohren im Vollerregungsmodus in den Wind gestellt, kurzer Blick aufs Frauchen und ein längerer in die weite Strandlandschaft und auf ging´s.


 Komische Dinge spielten sich ab an diesem Tage. 
Quietscheenten wurden direkt aus den USA an den Strand gespült, ungezogene Wellen versuchten den Strand zu entern, 
und das Frauchen lachte einige Male lauthals, warum auch immer.







Nun, der Tag barg noch andere Überraschungen wie z.B. ein Schaumbad im Garten mit gründlicher Reinigung des versandeten Doben (was das Dobenmäuschen übrigens voll fluffig fand)



und Luxushupen-Schosshunderfahrungen






Ende der Geschichte vom Tag am Meer.


Für den Fall, dass ein geneigter Leser, der durch puren Zufall unsere Hanny-Nanny Geschichte endeckt hat, meint, wir hätten sie nicht alle...
Wir haben sie nicht alle, aber wir hätten sie gerne alle, die anderen Dobis der Welt, damit auch die wissen, was es heisst, wenn man aus tiefster Seele geliebt wird und für diese Liebe braucht es bloß nen verrotzten Strassendobi und Menschen mit Herz.


Jetzt machen Sie schon ......

www.dr-h.org










































Dienstag, 8. November 2011

Es ist Dienstag

Es war ein Dienstag und heute ist wieder einer.
Nur ein Jahr später.
Schon ein Jahr später.
Nicht zu glauben.
Nicht zu begreifen.
Unwirklich.

Vor Wochen schon habe ich Grabkerzen gekauft.
In dieser Nacht brennen sie.
Ein ganzes schlimmes Jahr schon, ohne meine, unsere Cora.

Der Abend heute ist eine Katastrophe.
Ich will sie immer noch wieder.
Ich werd sie immer wieder wollen und sie fehlt jeden einzelnen Tag.

CORA!

Sie lebt hier bei mir, ist mit umgezogen in meine neue Heimat.
Ihre Kiste hat einen Sonderehrenplatz und heute Abend, während ich hier sitze und schreibe, um des Schreibens willen und all meiner Liebe für die eine und die beste Dobidame dieser Welt, um sie ganz dicht bei mir zu haben, liegt ihre Hundedecke auf meinen Knien und ihr Kuscheltier sitzt neben diesem Rechner, in welchen ein völlig überwältigtes Frauchen Sentimentales  tippt.

Cora!

Heute Nacht rufe ich Dich und mußte es doch nie im wirklichen Leben, beschwöre die Götter der Hunde, dass Du mich hörst.
Mein geliebtes Mädchen.
Vertrau.
Für immer und ewig unvergessen.
Nur einmal noch Deine Nase in meiner Hand.
Lass mich von Dir träumen.

Ich hab es Dir gesagt und ich sage es wieder: ich liebe Dich und ich danke DIR für Dein unendliches Vertrauen ihn mich, uns.

Heute noch immer, genauso wie vor einem Jahr.
Genauso wie immer.
Unendlichkeit.

Und natürlich komme ich nicht umhin, will nicht umhin kommen, auch an diesem Abend ganz laut Nanny zu rufen, nicht weil ich sie rufen muss, sondern weil ich zutiefst dankbar dafür bin, dass eine andere Dobidame von Welt heute an meiner Seite ist.

Sie erinnern sich?
Das Dingelchen?
Unser kleiner Behindidobi?
Selber vor einem Jahr dem Tod näher als dem Leben.
Heute rennt es mit meinem kleinen, blinden und tauben Kleinteil alias Checky jauchzend über den Hof, bewacht die Pferde, wie es Cora immer tat und beweist, dass das Leben ganz wunderbar sein könnte, wenn nicht in diesem immer Menschen und Tiere fehlen würden.

Und darum, weil es auch an diese Stelle gehört: Wolfgang! Du hast den besten aller Hunde an Deiner Seite, ich versprach sie Dir an Deinem Grab in Deine Hand und ich bin ganz sicher, sie ist bei dir.

Wir kommen alle später nach.
Versprochen.
Ich freue mich drauf.
Und mein Amen ist keine Blasphemie.

Mittwoch, 17. August 2011

Nix Dingel - NANNY!!

Ich weiß, ich hab über Monate nicht geschrieben. Sicher nicht, weil ich nichts zu schreiben hatte.
Ich war nur so veschwunden in der Welt, im Alltag.
Und als ich gerade meinen Blog wieder gelesen habe, verstand ich, dass diese Normalität nicht anderes ist als das Geschenk unserer großartigen Nanny.
Es gibt kein Dingelchen mehr.

Nanny ist eine Dobermannpersönlichkeit.

Es gibt keine Probleme.
Gar keine. Nichts.

Nanny fährt Auto, Nanny steigt Treppen, Nanny fährt Fahrstuhl, Nanny schläft gerne länger, Nanny vergräbt Knochen im Garten,  Nanny hat 2 Quietscheenten,  Nanny schäft auf dem Sofa, Nanny campt mit Leidenschaft, Nanny steigt auf Geschäftsreisen in Hotels ab, mit einer Selbstverständlichkeit, die Vertretern ,(T´schuldigung) was beibringen könnte.

Dingelchen, das Ding aus einer Tötungsstation, ist nach nur 8 Monaten vornehm. Wer Dobis hat, weiss, was ich meine.
Nanny stellt sich auf jede neue Situation ein.
Nanny verbietet am Strand neuen Wellen den Zutritt. (Fotos folgen)
Wenn Nanny könnte, würde sie jeden Abend grillen.
Wenn Nanny könnte, kämen alle anderen Dobis aus Ungarn und der Welt zu uns und wenn wir könnten, auch.
Herrje.
Dingelchen ist eine Zaubermaus.
Von einem anderen Planeten.
Nanny lebt schon immer bei uns.

Los. Lesen Sie Profile. Schreiben Sie Geschichten. Holen Sie ein Dingelchen nach Hause und machen Sie einen Dobermann draus.

PS: Die Maus hat noch viel Zeit, hat mein Doc gesagt. Es blieb also nicht bei einer Nacht im Warmen, es blieb nicht bei Tagen, es blieb nicht bei Monaten, es werden Jahre.Nanny hat gerade geschnauft. Passt also :-))

PPS: Fragen zu Doberzauberdingern? GERNE!








Donnerstag, 27. Januar 2011

Lauf, Mädchen, lauf!

Über 4 Wochen wohnt Nanny jetzt schon bei uns, kennt "ihre" Gegend, die Hunde unserer großartigen Nachbarschaft, begleitet mich selbst zum Einkaufen und wartet artig am Eingang, um auf dem Rückweg ausgelassen an der langen Schleppleine um mich herum zu springen.
Mit einer großartigen Hündin hat sie sich besonders angefreundet und da (wie kommt das bloß? :-)) die gesamte Nachbarschaft den Blog über Nanny hier mitliest, an dieser Stelle: Vielen, vielen Dank! Sie haben Nanny und mir heute einen unvergesslichen Tag geschenkt!

Im Vertrauen auf diese Hündin, die aus jeder Situation abrufbar ist, durfte Nanny heute das erste Mal von der Leine.

Ach, sehen Sie selbst!

Nur eins noch: dieses erste Foto, dass Sie sehen, da kam Nanny das erste Mal aus der Ferne auf mich zugeflogen, folgte sie das erste Mal meinem Ruf: " Nanny, schau mal her!" So unglaublich, so schön, diesen Hund so zu sehen.


"Nannnny, schau mal her!"

"Suuuuuupppper gemacht!"

Unsere so hübsche Doberfrau!

Jiiippyyyyyyy!

Ich will mitmachen!

Uns begeistert der "Arsch", den unser Dobi jetzt hat!

Danach :-)









Fiepknopf

Fast schäme ich mich, fragte ich doch im letzten Post nach dem niedlichen Fiepknopf bei Nanny.
Fast so ein bisschen, als hätte man den Teufel gerufen...

Nur das in diesem Fall unser Teufel eine höllisch nette Frau ist, nämlich die 1. Vorsitzende des Vereins Hungaria Rescue e.V,. die ihren Besuch für einen Sonntag angekündigt hatte, um sich selbst davon zu überzeugen, wie es Nanny in ihrem neuen Heim ergeht.
Tja und ich, ja ich hatte mich aus tiefstem Herzen auf diesen Besuch der Nannyretterin gefreut, bei Leibe nicht nur getrieben vom Angeberdobermannfrauchensyndrom.
Nanny begrüßte sie höflich, aber von unseren Vorführzaubertricks wie z.B. Leibchen ausziehen auf Leckerchenzwischenstation klappte nicht einer. Selbst dem Ruf auf das Sofa (Abendschmusestation) folgte Nanny nicht, sondern verzog sich auf ihren Sessel augenscheinlich darum bemüht möglichst nicht aufzufallen.

Eine Erklärung für Nanny´s Verhalten erhielt ich prompt von dieser großartigen Fachfrau und möchte mir heute am liebsten immer noch mit der Hand vor die Stirn schlagen.
Ich hatte nicht kapiert, dass für Nanny dieser Besuch Verunsicherung bedeutete, denn wann immer diese so großartige Dame in Nanny´s Leben auftauchte, standen aus Nanny´s Sicht Veränderungen oder sogar Schmerzen (Tierarzt, aber das weiß Nanny ja nicht!!!!) an.

Die nächsten Stunden waren dann für mich die Hölle. Denn kaum war Nanny´s "Teufel" weg, verzog sie sich in ihre XXL Kiste und machte sich so klein, dass man locker noch nen ganzes Hunderudel hätte einladen können. Und dort blieb sie dann, ließ sich gerade mal so eben zu Spaziergängen überreden und für mich unfassbar: Dingelchen, das kleine Schleckermäulchen, fraß nicht mehr. Selbst in die Kiste gereichte Fleischwurst wurde verschmäht.
Glauben Sie mir, ich hab Rotz und Wasser geheult um Nanny, weil ich ihr noch nicht den Rückhalt schenken konnte, um ihre Verunsicherung zu überwinden, um die Größe von Cora, die, ähnlich verunsichert, alles über Bord geworfen hatte, um sich mir anzuvertrauen, um alle die armen Gestalten, die in den Tierheimen dieser Welt hocken und vielleicht ähnlich trauern.

Am nächsten Morgen hatte ich es wieder, mein Dingeltamagotchi. Nur jetzt fiepte es nicht mehr, es jammerte, sobald ich auch nur eine Sekunde aus ihrem Blickfeld verschwand, es fraß nur, wenn ich daneben hockte und sie immer noch berührte. Wenn es nach Nanny gegangen wäre, hätte ich sie wahrscheinlich in einem Babytuch durch die Gegend tragen können.

Es hat Tage gedauert, bis unsere Hannelore wieder "normal" war. Mehr noch. Hanny-Nanny blüht jeden Tag mehr auf, spielt in der Wohnung mit ihrem Ball, liebt unsere Spaziergänge, die immer länger werden, kuschelt wuchtbrummenartig auf dem Sofa und so zaubert Dingelchen in diesen Tagen ein immer breiteres Lächeln auf die Gesichter der Nannyfamilie.